Mykotherapie • Pilzprofil

ABM

Mandelegerling · Agaricus blazei Murrill

Den Mandelegerling erkennen Sie am braunen Hut und am feinen Mandelduft. Fachlich interessant sind vor allem seine Beta-Glucane und ihr Kontakt mit dem Immunsystem.

Mandelegerling – Agaricus blazei Murrill, Foto des Pilzes.

Zusammenhänge im Überblick

Diagramm in hoher Auflösung öffnen ↗
ABM: untersuchte Zusammenhänge – keine bestätigten Heilwirkungen.

Zum Vergrößern auf das Diagramm klicken. Das Diagramm ist eine Informationsübersicht traditioneller und untersuchter Zusammenhänge. Es zeigt weder die Stärke einer Wirkung noch die Bestätigung einer Behandlung einer bestimmten Krankheit.

Was bedeutet das Diagramm?

Beta-Glucane sind große Zuckermoleküle. Untersucht wird, wie ihre Struktur die Kommunikation von Immunzellen und Entzündungsprozesse beeinflusst. Weitere Arbeiten befassen sich mit Leber, Zuckerstoffwechsel und Tumormodellen. Ein Eingriff in diese Prozesse ist jedoch nicht automatisch ein Nutzen für Patientinnen und Patienten.

Was weiß die Forschung?

ABM wurde beim Menschen vor allem in kleineren Studien untersucht, etwa bei Krebspatienten nach abgeschlossener Therapie, bei chronischer Hepatitis B oder beim multiplen Myelom. Einige Arbeiten beschrieben Veränderungen von Immunwerten oder verbesserte Leberwerte. Eine Lebensverlängerung zeigte sich in der Myelom-Studie jedoch nicht, und bei älteren Frauen brachte der Extrakt keinen messbaren Nutzen.

Die meisten Studien beschreiben eine gute Verträglichkeit. Aus Japan sind jedoch einzelne Fälle schwerer Leberschäden bei Krebspatienten bekannt, die ABM-Extrakt eingenommen hatten. Bei Lebererkrankungen und während einer onkologischen Therapie ist daher Vorsicht geboten.

Fazit: interessante Laborergebnisse, wenige hochwertige klinische Studien. Eine Wirkung bei einer bestimmten Erkrankung ist nicht bestätigt.

Vor allem Mechanismen und präklinische Daten; Ergebnisse bestimmter Präparate lassen sich nicht auf alle ABM-Kapseln übertragen.

Worauf bei der Auswahl achten

Bei Autoimmunerkrankungen, nach Transplantationen oder während einer onkologischen Therapie sollte die Eignung gemeinsam mit dem behandelnden Facharzt beurteilt werden. Ziel ist nicht, das Immunsystem pauschal zu „stärken“.

Quellen und Fachgrundlagen

Das Pilzfoto stammt aus dem Kurs „Mycotherapie“ (MycoVital) und wird mit Zustimmung verwendet; das Diagramm ist eine neue Grafik.

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