Was bedeutet das Diagramm?
Das Forschungsinteresse gilt dem Verhalten der Blutplättchen und Prozessen in der Gefäßwand. Die traditionelle Anwendung betrifft auch trockene Schleimhäute und die Verdauung. Diese Zusammenhänge belegen keine Vorbeugung von Thrombose, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Was weiß die Forschung?
Klinische Studien zum Judasohr gibt es kaum. Am besten dokumentiert ist die Wirkung auf die Blutplättchen: Bereits 1980 beschrieb das New England Journal of Medicine einen Mann, bei dem nach Speisen mit diesem Pilz die Blutplättchen vorübergehend nicht richtig funktionierten und kleine Hautblutungen auftraten.
Laborversuche mit menschlichem Blut bestätigen, dass ein Extrakt die Verklumpung der Blutplättchen dämpft, übliche Gerinnungstests aber nicht verändert. Ob das für Gesunde einen Schutz für Herz und Gefäße bedeutet, wurde klinisch noch nicht geprüft.
Fazit: in der Praxis eher ein Warnhinweis als ein Nutzen. Bei Blutverdünnern und vor Operationen die Einnahme immer dem Arzt mitteilen.
Traditionelle Anwendung und mechanistische Daten; kein Ersatz für eine Thrombozytenhemmung oder Blutverdünnung.